Hallo Zukunft

Heute Morgen

Lotta ist ein ganz normales Mädchen aus Hamburg. ACHT sprach mit ihr über das Leben im Jahr 2030.

Interview: Katharina Manzke
Fotografie: Till Gläser

Lotta ist 15 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder in Hamburg-Lokstedt. Ihrer Zukunft blickt sie weitgehend optimistisch entgegen. Einiges plant sie sehr genau, manches möchte sie aber auch im Dunkeln lassen.

ACHT: Was möchtest du beruflich machen?
Das weiß ich noch gar nicht so genau. Ich will unbedingt studieren. Und vorher reisen! Auf gar keinen Fall will ich etwas machen, wo ich den ganzen Tag im Büro sitze. Ich brauche Abwechslung, will mit Menschen zu tun haben.

Würdest du lieber in der Stadt leben oder auf dem Land?
Eigentlich bin ich eher ein Stadtmensch, ich bin ja auch in Hamburg groß geworden. Ob ich hier bleiben will, weiß ich aber noch nicht genau.

Was soll besser werden in 15 Jahren?
Dass das Problem mit den Flüchtlingen gelöst wird. Ich versuche, in meiner Freizeit zu helfen, aber als 15-Jährige kann man noch nicht viel machen. In Zukunft will ich mich noch mehr engagieren. Ich wünsche mir, dass geflüchtete Menschen hier besser integriert werden und dass die Situation in ihren Heimatländern besser wird.
Dann hätte ich gerne, dass der FC St. Pauli in der ersten Liga spielt. Seit etwa einem halben Jahr bin ich ein total großer Fan. Ich verpasse kein Spiel.
Und die Wohnungspreise sollen auch besser werden. Ich weiß, dass es viel zu früh ist, aber ich guck mich jetzt im Internet schon nach Wohnungen um … und dann sehe ich die Preise!

Wie sieht deine Traumwohnung in 15 Jahren aus?
Ich hätte gerne eine schöne Altbauwohnung in Hoheluft oder Eppendorf. Sie muss gar nicht so groß sein, Hauptsache, hell. Ich würde sie mit Möbeln aus altem Holz einrichten. Wahrscheinlich wäre meine Wohnung gemütlich, aber auch ziemlich unordentlich, wie ich mich kenne. Es wäre schön, wenn es in der Nähe grün ist.

Wie findest du die Vorstellung, dass die Technik immer mehr Raum im Leben der Menschen einnimmt?
Ich bin gerne am Handy oder am PC. Ich finde die Vorstellung aber ganz schlimm, dass Leute nur noch vorm PC sitzen.

Also keine Maschinen, die dir die Arbeit abnehmen?
Mikrowelle und Kaffeemaschine sind ja praktisch, aber ein Staubsauger, der von allein das Zimmer saugt!? So was brauche ich nicht. Lustigerweise mag ich Hausarbeit eigentlich ganz gerne.

Willst du in 15 Jahren eine Familie haben?
Ja. Unbedingt. Am liebsten würde ich schon mit Anfang 20 heiraten. Ich möchte mindestens zwei Kinder. Nach meiner Vorstellung soll es erst der Junge sein und dann das Mädchen.

Weißt du auch schon, wie du sie nennen willst?
Ich ändere meine Meinung ständig. Momentan mag ich den Namen Amal besonders gern. Das ist arabisch und bedeutet Hoffnung.

Wie kommst du auf diesen Namen?
Es ist die Hauptfigur aus meinem Lieblingsbuch. Das heißt „Während die Welt schlief“ und ist echt schön, aber auch total traurig. Es geht um ein Mädchen aus Palästina, das in Amerika ohne ihre Familie ein neues Leben anfängt.

Ein perfekter Arbeitstag in 15 Jahren – wie stellst du dir den vor?
Ich bin eher eine Langschläferin. Deswegen: nicht allzu früh aufstehen, die kleineren Kinder zur Schule bringen, zur Arbeit fahren, Spaß haben und nicht zu spät nach Hause kommen.

Und ein perfekter Sonntag in 15 Jahren?
Wieder ausschlafen, mit meiner Familie frühstücken. Nachmittags ein St.-Pauli-Spiel gucken und abends ganz entspannt mit Freunden zusammen sein.


Zweimal Lottas Leben im Jahr 2030: Geburtstag und Alltag

 

 


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