Achtung, Nachbarn

Nachbar, komm doch mal rüber!

Immer mehr Menschen wollen keine Großstadt-Anonymität. Sie rücken zusammen – ob im Mietshaus, beim Hofflohmarkt oder im Gemeinschaftsgarten. Wir stellen einige spannende Projekte, Initiativen und Stiftungen vor, die der nachbarschaftlichen Stimmung zuträglich sein können.

Tipps: Pawel Sprawka

 

fux eG – die Genossenschaft

Die ehemalige Viktoria-Kaserne in Hamburg-Altona (siehe Bild oben) ist ein gemeinschaftlich betriebener Produktionsort für Kunst, Kultur und Gestaltung, Gewerbe und Bildung, kleine Firmen sowie soziale Organisationen. Durch ein offenes und kostenfreies Angebot von Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Vorträgen und Diskussionen kommuniziert die Genossenschaft mit der Stadt und dem Stadtteil. Offene Werkstätten und verschiedene Workshops bieten darüber hinaus auch ein Angebot, aktiv zu werden. fux eG kooperiert mit verschiedenen Hochschulen sowohl aus Hamburg als auch überregional und tauscht sich regelmäßig mit Gruppen verschiedenster Disziplinen aus.
www.fux-eg.org

Hallo Frau Nachbar

Der Nachbarschaftsmarkt „Hallo Frau Nachbar“ sorgt mehrmals im Jahr für beste Unterhaltung und nachbarschaftliches Flair im Schanzenviertel. Der Markt ist ein Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft, ein Ort zum Frühstücken, Kaffeetrinken, Mittagessen und ideal geeignet für den entspannten Klönschnack mit den Nachbarn. Livemusik und ein Kinderprogramm sorgen zusätzlich für Spaß und Unterhaltung. „Hallo Frau Nachbar“ setzt sich für eine soziale Nachbarschaft ein: Auf dem Markt gibt es einen Nachbarschafts-Stammtisch, an dem Nachbarn den Initiatoren ihre Projekte und Ideen vorstellen können. Zehn Prozent der Erlöse des Marktes werden für Verbesserungen im Quartier bereitgestellt.
www.hallofraunachbar.blogspot.de

Gartendeck

Das „Gartendeck“ ist ein ursprünglich temporär angelegter urbaner Garten in der Großen Freiheit, zwischen St.-Pauli-Druckerei und dem Indra: 1.100 m2 Dachfläche, 400 m2 Grünstreifen, rund 650 Bäckerkisten, ein Container, zwölf Schaufeln, zwei Schubkarren, 172 verschiedene Pflanzensorten, fünf Bienenvölker, vier Komposthaufen und eine Wurmkiste. Allen voran ist das Gartendeck ein Ort, an dem gemeinschaftliche Strukturen wiederbelebt werden: Nachbarn lernen sich kennen, gärtnern gemeinsam und gestalten auf diese Weise den ganzen Stadtteil mit. Alle sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und mitzumachen.
www.gartendeck.de

Linie Fünf

„Linie Fünf“, hier ist der Name das Programm: Es ist ein Informations- und Diskussionsportal, bei dem es um die Sammlung, Diskussion und Bewertung von Vorschlägen für neue Strecken, Linien und Haltestellen in Hamburg geht. Bestehende und neue Ideen sollen in breiter Fülle gesammelt und später zu einer gemeinschaftlich entwickelten Nahverkehrsstrategie zusammengefasst werden, die den Entscheidungsträgern und allen mit Planung, Bau und Betrieb des ÖPNV befassten Institutionen und Unternehmen als Inspirationsquelle vorgelegt werden soll.
www.liniefuenf.de

Stadtkuratorin Hamburg

„Stadtkuratorin Hamburg“ ist ein von der Kulturbehörde initiiertes Projekt zur Aktualisierung und Neuausrichtung des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“. Mit Sophie Goltz beschäftigt Hamburg die bundesweit erste Stadtkuratorin für Kunst im öffentlichen Raum. Ziel aller Aktivitäten ist es, die Möglichkeiten von Kunst im städtischen Raum in Hamburg neu auszuloten und von Hamburg aus eine Diskussion um europäische wie globale Kunst und Kultur anzuregen. Die Stadtkuratorin soll zudem neue Formate der Ausstellung, der Kunstproduktion ermöglichen und dabei die nachbarschaftlichen Graswurzel-Initiativen berücksichtigen.
www.stadtkuratorin-hamburg.de

Stilbruch

„Lieber gebraucht als teuer“ – so lautet das Motto des Sozialkaufhauses „Stilbruch“. Es gilt für Möbel, Hausrat, Bücher, Platten und CDs, Elektroartikel, Fahrräder und Klamotten. Die beiden Filialen (in Altona und Wandsbek) des Kaufhauses sind ein Paradies für Schnäppchenjäger, Sammler und alle, die gern stöbern gehen. Für Nachschub bei „Stilbruch“ sorgen die rund 20 Möbelwagen der Sperrmüllabfuhr. Was vor 16 Jahren als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Arbeitsamtes entstanden ist, ist zu einem profitablen Unternehmen der Hamburger Stadtreinigung geworden. „Stilbruch“ bietet zudem Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose.
www.stilbruch.de

Nachbarschaftshaus Jenkelweg

Nachbarn treffen, Kurse besuchen, sich austauschen, gemeinsam feiern – all das und mehr können die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers Jenkelweg – Archenholzstraße. Im Nachbarschaftshaus gibt es neben einer Betreuerloge und Toiletten einen Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile. Hier steht ausreichend Raum für unterschiedliche Ideen zur Verfügung. Jeden Dienstag von 16.30 bis 18.30 Uhr bietet die Lawaetz-Stiftung hier ihre Quartierssprechstunde an. Die muslimische Frauengruppe kommt im Nachbarschaftshaus regelmäßig zum „Dialog in Deutsch“ zusammen und lädt außerdem Kinder und Jugendliche zum Kochen, Backen und Basteln ein. Weiterbildung für Senioren, eine Boule-Gruppe, Hausaufgabenhilfe und Gesundheitskurse ergänzen das Angebot des Hauses.
Jenkelweg 20, 22119 Hamburg

steg

(Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg)
Der Name steg steht seit über 26 Jahren für nachhaltige Quartiersentwicklung. Projekt- und Stadtentwickler, Stadterneuerer und -planer sowie Architekten arbeiten hier unter einem Dach. Die steg ist bei unzähligen Projekten und Bauvorhaben Hamburgs ein Mittler vor Ort. Sie organisiert das Sanierungsgeschehen, mittelt zwischen Anwohnern, Verwaltung und Investoren. Ziel ist oft, dass städtische Investoren  noch mehr private Initiativen auslösen, um so in einem Stadtviertel durch Neubau und Sanierung neuen Schub zu bringen. Bei der Realisierung von Projekten, wie z. B. dem Gesundheitszentrum St. Pauli im ehemaligen Hafenkrankenhaus oder der Alten Rinderschlachthalle, fließen auch die Visionen und Wünsche von Bürgern, Nachbarn und Nutzern ein.
www.steg-hamburg.de

Ambulante Hilfe Hamburg e.V.

Die Ambulante Hilfe Hamburg e.V. betreibt seit 1984 die älteste Hamburger Beratungsstelle für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit Bedrohte. Hier bekommen Besucher auch Informationen zu den Rahmenbedingungen der Hilfe für Wohnungslose. Die Ambulante Hilfe Hamburg e.V. ist auch als Gesellschafter beteiligt an der Initiative „Neue Wohnung“, die mit verschiedenen Projekten Unterbringungen für Obdachlose anbietet.
www.wohnungslose.de

Johann Daniel Lawaetz-Stiftung

Die Lawaetz-Stiftung ist eine 1986 von der Freien und Hansestadt Hamburg gegründete gemeinnützige Stiftung, um sozial und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungsmarkt zu ermöglichen.
Die Lawaetz-Stiftung fördert Wohn- und Mietergruppen, die mit Eigenleistung alte Gebäude instand setzen und damit bezahlbaren Wohnraum erhalten oder schaffen. Viele Projekte der Stiftung richten sich an obdachlose Menschen, denen Wohnmöglichkeiten angeboten werden.
www.lawaetz.de

Werkstatt Vielfalt

Mit dem Programm „Werkstatt Vielfalt“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung Projekte, die dazu beitragen, Menschen aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen oder religiösen Milieus miteinander in Kontakt zu bringen. Die Projekte der „Werkstatt Vielfalt“ wollen Brücken zwischen unterschiedlichen Lebenswelten bauen. Wird eine Projektidee in die „Werkstatt Vielfalt“ aufgenommen, erhält sie nicht nur eine finanzielle Förderung: Die Projektverantwortlichen holen sich bei einer Projektwerkstatt Tipps von Fachleuten, tauschen Erfahrungen aus und geben Anregungen zur Weiterentwicklung des Programms.
www.bosch-stiftung.de

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